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Über diese Webseite

Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Glossar

Die im Glossar enthaltenen Einträge erklären kurz zentrale Begriffe, historische Ereignisse, Personen, Institutionen und Organisationen, die auf unserer Webseite erwähnt werden und mit denen LeserInnen, die sich noch nicht intensiv mit dem Thema Israel/Palästina beschäftigt haben, vielleicht nicht vertraut sind. Zusammengenommen bietet das Glossar eine Einführung in die Grundlagen, die zum Verständnis des Themas benötigt werden.

 

Verfasserin: Ursula Wokoeck Wollin

 

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Kadima - 

Kadima

(hebräisch für: vorwärts) von Ariel Scharon 2005 als Zentrumspartei gegründet, der sich ehemalige Mitglieder vom Likud und von der Arbeitspartei anschlossen. Scharon gründete die Partei in Reaktion auf die Kritik innerhalb des Likud (dessen Vorsitzender er war) an seinem Entflechtungsplan für den Gazastreifen, in dessen Rahmen die israelischen Siedlungen im Gazastreifen geräumt wurden sowie die israelische Armee sich aus dem Gebiet zurückzog und seitdem in erster Linie die Grenzen (auf dem Land, im Wasser und in der Luft) kontrolliert. Unter Scharons Nachfolger, Ehud Olmert, gewann Kadima bei den Wahlen 2006 genügend Mandate, um die Regierung zu bilden. Unter Tzipi Livnis Führung wurde Kadima 2009 die größte Knesset-Fraktion, aber es gelang ihr nicht, die Regierung zu bilden. 2012 unterlag Livni Schaul Mofaz bei den Wahlen um den Parteivorsitz, woraufhin sie Kadima verließ und die Partei HaTnu’a gründete. Bei den Wahlen von 2013 erhielt Kadima zwei Sitze, seit den Wahlen 2015 ist sie nicht mehr in der Knesset vertreten.
Kahanismus - 

Kahanismus

Eine rechtsradikale jüdische Ideologie, beruhend auf den Lehren des Rabbiners Meir Kahane (1932–1990). In den 1960er Jahren gründete er in den USA die Jewish Defence League (Jüdische Verteidigungsliga), die vor allem durch ihre gewalttätigen Aktionen auf sich aufmerksam machte, und 1971 in Israel die Kach (deutsch: So [mit der Faust]), die bei den Wahlen von 1984 einen Sitz in der Knesset errang. Sie wurde aufgrund ihres rassistischen Programms von den Wahlen 1988 ausgeschlossen. Nach Kahanes Ermordung 1990 in den USA spaltete sich die Partei in Kach und Kahane Chai (Kahane lebt). Beide wurden von den Wahlen 1992 ausgeschlossen und 1994 ganz verboten.
Knesset - 

Knesset

(hebräisch für: Versammlung; nimmt Bezug auf die Große Versammlung, das heißt dem nach Überlieferung aus 120 Mitgliedern bestehenden Obersten Rat der jüdischen Gemeinden nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil) bezeichnet das israelische Parlament in Jerusalem, dem 120 Abgeordnete angehören, die nach Verhältniswahlrecht mit einer Sperrklausel von derzeit 3,25 Prozent gewählt werden, wobei sich Parteien oder Wahllisten zur Wahl stellen können. Eine Legislaturperiode dauert in der Regel vier Jahre (siehe: http://knesset.gov.il/main/eng/home.asp).
Kommunistische Partei Israels - 

Kommunistische Partei Israels (KPI)

Die KPI ging nach der Staatsgründung 1948 aus der KPP hervor. Sie definierte sich als nicht zionistische, jüdisch-arabische kommunistische Partei. 1954 schloss sich eine relativ große jüdische Gruppe unter der Führung des charismatischen Moshe Sneh (1909–1972, ehemals Mapam) der Partei an. Sneh sah in der Sowjetunion die aufsteigende Weltmacht und wollte Israel in deren Orbit bringen. 1965 kam es zur Spaltung: Eine mehrheitlich arabische Fraktion verließ die Partei und gründete die Rakach (Neue Kommunistische Liste), die allerdings von der Sowjetunion erst als kommunistische Partei anerkannt wurde, nachdem ihre Konkurrentin unter Snehs Führung den Krieg von 1967 unterstützt hatte. Ihren Namen KPI konnte sie sich erst Ende der 1980er Jahre zurückerobern, obwohl ihre Konkurrentin bald nach Snehs Tod zusammenbrach. 1977 bildete Rakach zusammen mit verschiedenen linkssozialistischen Gruppen die Demokratische Front für Frieden und Gleichheit, Chadasch/al-Dschabha, und beteiligte sich so an den Wahlen. Sie war i. d. R. mit drei bis fünf (von 120) Sitzen in der Knesset vertreten und schloss sich zur Wahl 2015 mit anderen Parteien zur Gemeinsamen Liste zusammen.

- Synonyms: Israelische Kommunistische Partei, Kommunistischen Partei Israel
Kommunistische Partei Palästinas - 

Kommunistische Partei Palästinas (KPP)

Die KPP wurde 1919 gegründet, sah im Zionismus eine imperialistische Bewegung, definierte sich als jüdisch-arabische Bewegung und war gegen die Gründung des Staates Israel. Aufgrund interner Spannungen spaltete sich die Partei 1943 in eine jüdische Bewegung (KPP) und eine arabische (Nationale Befreiungsliga). Letztere wurde durch den Krieg von 1948/die Nakba praktisch aufgelöst. Die im neugegründeten Staat Israel verbliebenen palästinensischen Kommunist*innen schlossen sich mit den Mitgliedern der jüdischen KPP zusammen und gründeten die KPI.
Krieg von 1948 - 

Der Krieg von 1948

müsste richtiger der Krieg von 1947 bis 1949 heißen; offizielle israelische Bezeichnung meist: Unabhängigkeitskrieg oder Befreiungskrieg; von Palästinenser*innen als Nakba (arabisch für: Katastrophe) bezeichnet. Der Krieg begann nach dem UNO-Teilungsplan 1947 zwischen jüdischen und palästinensischen Milizen. Nach der Gründung des israelischen Staates (Mai 1948) beteiligten sich auch reguläre Militäreinheiten aus Ägypten, Syrien, dem Libanon, Jordanien und Irak. Die 1949 festgelegten Waffenstillstandslinien wurden zu Israels international anerkannten Grenzen. Im Zusammenhang mit den 1967 besetzten Gebieten werden diese Grenzen als Grüne Linie bezeichnet. [caption id="attachment_687" align="aligncenter" width="232"]partion-plan-united-nations UNO-Teilungsplan und Waffenstillstandslinien 1949[/caption]  

- Synonyms: Krieges von 1948
Krieg von 1956 - 

Der Krieg von 1956

auch Sinai-Krieg oder Suezkrise genannt. Nach der Verstaatlichung des Suezkanals beteiligte sich Israel an dem britisch-französischen Versuch, den Kanal zu erobern. Der Angriff auf Ägypten begann mit dem israelischen Einmarsch in den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel. Aufgrund internationalen Drucks mussten die Kampfhandlungen eingestellt und die eroberten Gebiete geräumt werden. Der Rückzug der israelischen Armee vom Sinai und aus dem Gazastreifen wurde im März 1957 abgeschlossen.

- Synonyms: Krieges von 1956
Krieg von 1967 - 

Der Krieg von 1967

Offizielle israelische Bezeichnung meist: Sechstagekrieg; von arabischer Seite mitunter auch als naksa (arabisch für: Rückschlag) bezeichnet. 5. bis 10. Juni 1967; Krieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite. Israel eroberte die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, den Gazastreifen und die Westbank (einschließlich Ost-Jerusalem). Israel räumte den Sinai nach der Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensabkommens (1979). Die Besatzung der anderen Gebiete besteht fort.

- Synonyms: Krieges von 1967
Krieg von 1973 - 

Der Krieg von 1973

offizielle israelische Bezeichnung meist: Jom-Kippur-Krieg; auf arabischer Seite meist Oktober-Krieg genannt. Am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, griffen die Armeen einer von Ägypten und Syrien geführten Koalition Israel an und begannen einen Krieg, auf den Israel aufgrund einer Fehleinschätzung nicht vorbereitet war und der in Israel ein nationales Trauma zur Folge hatte.

- Synonyms: Krieges von 1973
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