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Über diese Webseite

Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Glossar

Die im Glossar enthaltenen Einträge erklären kurz zentrale Begriffe, historische Ereignisse, Personen, Institutionen und Organisationen, die auf unserer Webseite erwähnt werden und mit denen LeserInnen, die sich noch nicht intensiv mit dem Thema Israel/Palästina beschäftigt haben, vielleicht nicht vertraut sind. Zusammengenommen bietet das Glossar eine Einführung in die Grundlagen, die zum Verständnis des Themas benötigt werden.

 

Verfasserin: Ursula Wokoeck Wollin

 

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Zionist Federation - 

Zionist Federation

Die Zionistische Föderation (Verband) in Großbritannien und Irland ist der 1899 gegründete Dachverband der zionistischen Organisationen im Vereinigten Königreich. Unter anderem war die Balfour-Erklärung das Ergebnis ihrer Bemühungen.
zionistisch-revisionistisch - 

zionistisch-revisionistisch

Die Allianz der Revisionistischen Zionisten (HaTsohar) wurde 1935 in Paris unter Führung von Zeev Jabotinsky als rechte Partei in der zionistischen Bewegung gegründet. Eine entsprechende Jugendbewegung, Betar, hatte Jabotinsky bereits 1923 in Riga gegründet. Die Partei erhob Anspruch auf das gesamte ursprüngliche Mandatsgebiet, das heißt auch auf das Territorium des heutigen Jordaniens, forderte eine aggressivere Haltung gegenüber der britischen Mandatsregierung und vertrat bürgerliche (nicht sozialistische) Positionen. Aus ihren Reihen kamen auch die Mitglieder der 1931 in Palästina gegründeten paramilitärischen Organisation Etzel/Irgun. In den ersten Wahlen nach der Staatsgründung scheiterte die Partei an der Prozenthürde. Sie wurde 1951 aufgelöst, als sich ihre Mitglieder der von Menachem Begin geführten Cherut-Partei anschlossen.

- Synonyms: revisionistischen Bewegung, revisionistischen Familie
Zionistische Weltorganisation - 

Zionistische Weltorganisation

Unter dem Namen Zionistische Organisation (ZO) 1897 auf dem ersten Zionistischen Weltkongress in Basel gegründet, diente als Dachorganisation, um die jüdische Einwanderung nach Palästina und die Errichtung einer sicheren Heimstätte dort zu fördern. 1908 richtete die ZO ein Exekutivkomitee (das Palästina-Büro) in Palästina ein, das verschiedentlich umbenannt wurde, bis es 1929 zu einer eigenständigen Institution wurde, die Jewish Agency für Palästina, die die Leitung des zionistischen Gemeinwesens zur Aufgabe hatte. Die ZO wurde 1960 zur Zionistischen Weltorganisation (WZO). Seitdem handelt es sich nur noch um eine Dachorganisation im engen Sinn, das heißt, Einzelpersonen können nicht mehr Mitglied sein. Als israelische Lobby im Ausland und in der Förderung jüdischer Einwanderung nach Israel bestehen viele Gemeinsamkeiten zwischen der WZO und der Jewish Agency für Israel, was sich auch darin widerspiegelt, dass die beiden Organisationen verschiedentlich gemeinsame Vorsitzende hatten. In Bezug auf die Förderung der jüdischen Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten bestehen Parallelen zu den Aktivitäten des Jüdischen Nationalfonds.
Zionistisches Lager - 

Zionistisches Lager

Name der gemeinsamen Wahlliste der Arbeitspartei und der von Tzipi Livni geführten HaTnu’a, die vor den Knesset-Wahlen 2015 aufgestellt wurde. Die Liste erzielte 24 Sitze (von 120) und wurde zur zweitgrößten Fraktion in der Knesset.

- Synonyms: zionistischen Lager, Zionistischen Lagers
Zone C - 

A-, B-, C-Zonen

Bezeichnung von Zonen der Westbank (ohne das von Israel annektierte Gebiet von Ost-Jerusalem und Umgebung) im Rahmen des Oslo-Abkommens (Oslo II, Taba 1995), das als Übergangsregelung bis zu einem endgültigen Friedensabkommen gelten sollte. Die Übergangsregelung ist noch heute in Kraft. Definition der Zonen:
  • Zone A: (ca. 18 Prozent der Fläche der Westbank, ohne das von Israel annektierte Gebiet von Ost-Jerusalem und Umgebung; vor allem die Kernbereiche von palästinensischen Städten und Dörfern) steht (weitgehend) unter palästinensischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung. Nach israelischem Recht dürfen israelische Staatsbürger*innen diese nicht betreten.
  • Zone B: (ca. 22 Prozent) steht (weitgehend) unter palästinensischer Zivilverwaltung und gemeinsamer israelisch-palästinensischer Sicherheitsverwaltung.
  • Zone C: (ca. 60 Prozent; vor allem freie Flächen und große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie alle jüdischen Siedlungen) steht unter israelischer Zivil- und Sicherheitsverwaltung. Die völlige israelische Kontrolle der C-Gebiete führt dazu, dass die Gebiete unter palästinensischer Verwaltung geografisch nicht zusammenhängen, sondern aus dicht gedrängten Enklaven (Zonen A und B) bestehen, sodass eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich ist.
Zweistaatenlösung - 

Zweistaatenlösung

In der Debatte um die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts bezeichnet der Begriff die Konzeption, wonach Israel die 1967 besetzten Gebiete räumt und sich in seine international anerkannten Grenzen zurückzieht, während im Gazastreifen und in der Westbank (einschließlich Ost-Jerusalem) ein palästinensischer Staat entsteht. Diese Konzeption kann als eine revidierte Version des UNO-Teilungsplans von 1947 angesehen werden, die die historischen Entwicklungen berücksichtigt. Es werden/wurden auch Varianten der Zweistaatenlösung vertreten: So wird unter anderem von israelischer Seite oft die Teilung Jerusalems abgelehnt sowie die Räumung der sogenannten Siedlungsblöcke, wobei mitunter angeboten wird, andere Gebiete Israels dem zu entstehenden palästinensischen Staat als Ersatz zu überlassen. Im Zusammenhang mit einem eventuellen Landtausch wird von rechten israelischen Politiker*innen zuweilen gefordert, palästinensische Bürger*innen Israels zusammen mit dem Land „abzutreten“.

- Synonyms: Zwei-Staaten-Lösung
zweite Intifada - 

Zweite Intifada

(arabisch für: Abschütteln)bezeichnet den Aufstand/Widerstand der palästinensischen Bevölkerung in der Westbank (einschließlich Ost-Jerusalems) und des Gazastreifens gegen die israelische Besatzung. Die Zweite Intifada, die auch Al-Aqsa-Intifada (nach dem Namen der Moschee neben dem Felsendom) genannt wird, wurde durch den provokativen Besuch Ariel Scharons auf dem Tempelberg/al-Haram al-Scharif und die gewaltsame Unterdrückung palästinensischer Proteste dagegen ausgelöst. Anders als in der Ersten Intifada wurde der Aufstand zunehmend durch die palästinensischen Parteien orchestriert und mithilfe von Selbstmordattentäter*innen und Gewehren geführt, und zwar auch innerhalb Israels. Israel setzte mitunter Panzer und die Luftwaffe ein. Die Gewaltbereitschaft beider Seiten führte zu zahlreichen Opfern, nach Schätzungen etwa 3.000 Palästinenser*innen und 1.000 Israelis. Die Zweite Intifada wurde offiziell durch das in Scharm el-Scheikh geschlossene Abkommen zwischen dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und dem israelischen Premierminister Ariel Scharon 2005 beendet.

- Synonyms: Zweite Intifada, Zweiten Intifada
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