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Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Khashabi Ensemble - Neues palästinensisches Theater in Haifa

Das Khashabi-Ensemble ist eine der aufregendsten neuen Initiativen in der israelischen Kunstszene. Es wurde 2011 von einer Gruppe junger palästinensischer Theatermacher*innen gezielt nicht in Israels Kulturhauptstadt Tel Aviv, sondern in der nordisraelischen Hafenmetropole Haifa gegründet. Die Gruppe bricht es mit konventionellen Kunstformen und versteht sich als eine Art Labor, wo kreative Prozesse und die Einbeziehung der lokalen Community, also von Menschen, die in ihrer Mehrheit normalerweise nicht an künstlerischen Produktionen beteiligt sind, im Mittelpunkt stehen. In diesem „Theaterlabor“ wird viel improvisiert, es werden aber auch Mittel wie Interviews und Studien genutzt und ausgewertet. Daraus entstehen ganz besondere Theaterstücke, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit in der Community und einen kritischen Dialog untereinander zu fördern.

Haifa ist – zusammen mit Nazareth – das wichtigste Zentrum der palästinensischen Minderheit in Israel. Haifa ist zudem die israelische Stadt, in der die jüdische Mehrheitsgesellschaft und die palästinensische Minderheit am stärksten miteinander in Berührung kommen. Dennoch mangelt es auch hier an Möglichkeiten, sich mit dem gesellschaftlichen und kulturellen palästinensischen Erbe auseinanderzusetzen, dieses zu bewahren und noch wichtiger: zu erneuern. In diese Lücke stieß das Ensemble und eröffnete nach Jahren ohne eine festes Spielstätte 2015 ein eigenes Theater. Der Ort ist Programm: Das in Eigenregie und ohne Staatsgelder eröffnete Haus befindet sich in einem historischen Gebäude aus der osmanischen Ära im heruntergekommenen Viertel Wadi Salib in Haifas Unterstadt. Das Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Wadi Salib war zwei Jahrhunderte lang ein wichtiges urbanes Zentrum, bis es während des Krieges von 1948 durch Flucht und Vertreibung entvölkert wurde. In diesem Viertel bietet nun die neue Bühne des Khashabi-Ensembles (Khashabi bedeutet Holz oder Bühne) einen Ort, an dem palästinensische Künstler*innen mit gesellschaftlichen Konventionen spielen und diese auch brechen können, wo sie ihr Publikum ständig erweitern und ihre „palästinensische Identität“ erforschen können. Mit dieser Identität beschäftigt sich auch das neueste Stück des Khashabi-Ensemble mit dem Titel “Other Places”. Es fragt, was Palästina für diejenigen Palästinenser*innen bedeutet, die dort nicht mehr leben, also für die große palästinensische Diaspora, bestehend aus Millionen von Geflüchteten und Exilanten.

Das Israel-Büro der Rosa Luxemburg Stiftung begleitet und unterstützt das Khashabi-Ensemble seit 2015.

 

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