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Fünfte globale Konferenz des internationalen Netzwerks der Genozidforscher

Holocaustforschung, Genozidforschung und die Geschichte der Massengewalt

Fünfte weltweite Konferenz des „International Network of Genocide Scholars“ in Jerusalem, vom 26. bis 29. Juni 2016

Das „International Network of Genocide Scholars“ (INoGS) geht auf eine Konferenz in Berlin vom Januar 2005 zurück. Es betrachtet sich als ein unparteiliches Forum für die Genozidforschung, wo Studien und Analysen zu verschiedenen Aspekten von Völkermord und anderen Formen kollektiver Gewalt vorgestellt und diskutiert werden können.

Seit ihrer Entstehung in den 1970er Jahren hat sich die Genozidforschung sowohl theoretisch als auch methodologisch von der damals schon etablierten Holocaustforschung abgesetzt. Dass die INoGS-Konferenz 2016 in Jerusalem, wo die Holocaustforschung in den 1960er Jahren ihren Anfang nahm, stattgefunden hat, war eine ausgezeichnete Gelegenheit, um diese Trennung zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit beide Disziplinen sich gegenseitig bereichern können. Angesichts der Fülle von Studien und Fachliteratur zur Judenvernichtung unter dem Nationalsozialismus, die den Umfang und die Intensität anderer Forschungen zu Völkermord oder Massengewalt immer noch weit übertrifft, schien ein Austausch überaus sinnvoll zu sein.

Die Konferenz hat sich daher auch in besonderem Maße mit der in den letzten zwei Jahrzehnten geführten Debatte über den Platz des Holocaust in der Geschichte des modernen Genozids und der Massengewalt in Europa, in den europäischen Kolonien und in den postkolonialen Staaten weltweit beschäftigt. Die gründliche Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Themen – von kolonialer über genozidale Gewalt während des Zweiten Weltkriegs bis hin zu postkolonialen Konflikten und Massakern im Zuge der Aufstandsbekämpfung, von den Motiven der Täter, der Bedeutung von Zeugenberichten über internationales Recht bis hin zu den Mechanismen einer „Transitional Justice“ – hat deutlich gezeigt, welch analytisches Potenzial sich ergibt, wenn der Holocaust als integrales Moment moderner Entwicklungsprozesse (Zusammenbruch der Reiche, soziale Desintegration und Aufkommen der Nationalstaaten in Europa und dem Nahen Osten) betrachtet wird.

www.inogs2016.org/
www.inogs2016.org/

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