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Über diese Webseite

Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Glossar

Die im Glossar enthaltenen Einträge erklären kurz zentrale Begriffe, historische Ereignisse, Personen, Institutionen und Organisationen, die auf unserer Webseite erwähnt werden und mit denen LeserInnen, die sich noch nicht intensiv mit dem Thema Israel/Palästina beschäftigt haben, vielleicht nicht vertraut sind. Zusammengenommen bietet das Glossar eine Einführung in die Grundlagen, die zum Verständnis des Themas benötigt werden.

 

Verfasserin: Ursula Wokoeck Wollin

 

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Palästinensische Befreiungsorganisation - 

Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO)

Dachorganisation verschiedener palästinensischer Organisationen (unter denen die 1959 gegründete Fatah – Akronym des arabischen Namens der Palästinensischen Nationalen Befreiungsbewegung – die größte ist). Als sie 1964 in Kairo gegründet wurde, trat sie für den bewaffneten Kampf gegen Israel ein. 1974 wurde die PLO auf der Konferenz der Arabischen Liga als einzig legitime Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt und erhielt Beobachterstatus in der UNO. Als Jordanien 1988 weitgehend auf seinen Herrschaftsanspruch auf die Westbank verzichtete, verabschiedete der Palästinensische Nationalrat (ein zentrales Organ der PLO) die Palästinensische Unabhängigkeitserklärung, in der der palästinensische Staat ausgerufen und Israel in den Grenzen, wie sie vor dem Krieg von 1967 bestanden hatten, de facto anerkannt wurde. Mit den Oslo-Abkommen erkannte die PLO Israel dann formell an und stimmte den UNO-Sicherheitsratsresolutionen 242 (Forderung des Rückzugs Israels aus den 1967 besetzten Gebieten) und 338 (Waffenstillstand nach dem Krieg 1973) zu. Israel wiederum erkannte die PLO als Vertretung des palästinensischen Volkes an. Die aufgrund der Oslo-Abkommen entstandene Palästinensische Autonomiebehörde ist kein Teil der PLO. Allerdings besteht eine Personalunion: Jassir Arafat (1929–2004), der die PLO seit 1969 führte, stand der Autonomiebehörde vor. Das gilt auch für seinen Nachfolger Mahmoud Abbas (Abu Mazen).

- Synonyms: Palästinensischen Befreiungsorganisation, Fatah, Fatach
Palmach - 

Palmach

(Akronym des hebräischen Namens für: Sturmtruppen) 1941 als Eliteeinheit der Hagana (hebräisch für: Verteidigung), der paramilitärischen Organisation des zionistischen Gemeinwesens, während des britischen Mandats in Palästina gegründet. Nach der Staatsgründung im Jahr 1948 wurde der Palmach aufgelöst und in die neue israelische Armee integriert, in der viele seiner ehemaligen Mitglieder Führungspositionen übernahmen.
Pariser Protokolle - 

Pariser Protokolle

1994 in Paris von Israel und der PLO unterzeichnete Protokolle über die wirtschaftlichen Beziehungen, die die fast vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit der palästinensischen Autonomiegebiete von Israel festschreiben. Die Regelungen sollten für fünf Jahre gelten, sind aber nach wie vor in Kraft.
Weiterlesen: Ein gekaperter Markt: Das Pariser Protokoll und die palästinensische Wirtschaft

- Synonyms: Pariser Protokoll
Peace Now - 

Peace Now — (Frieden jetzt)

Eine Organisation, die mehr als 300 Reservisten (Offiziere und Soldaten) der israelischen Armee 1978 durch einen öffentlichen Aufruf ins Leben riefen, um die israelisch-ägyptischen Friedensverhandlungen zu unterstützen. Im Laufe der Demonstrationen gegen den ersten Libanonkrieg 1982 und insbesondere gegen das Massaker in Sabra und Schatila wurde die Organisation zu einer breiten Bewegung. Auf einer solchen von Peace Now organisierten Demonstration im Februar 1983 wurde eine Handgranate geworfen, die den bekannten Aktivisten Emil Grunzweig tötete. Nachdem die PLO 1988 Israel in seinen international anerkannten Grenzen de facto anerkannt und sich zu Verhandlungen bereiterklärt hatte, setzte sich Peace Now für israelisch-palästinensische Verhandlungen und eine Zweistaatenlösung ein. Peace Now unterstützte die Oslo-Abkommen (1993 u. 1995) sowie Ariel Scharons Entflechtungsplan für den Gazastreifen (2004). Seit die Organisation nach dem Scheitern des Oslo-Prozesses erheblich an Unterstützung in der Öffentlichkeit eingebüßt hat, beschäftigt sie sich hauptsächlich mit der Beobachtung und Dokumentation des Baus und Ausbaus israelischer Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten, in denen sie das größte Hindernis für eine friedliche Lösung des Konflikts sieht (siehe: http://peacenow.org.il/eng/).

- Synonyms: Peace Nows
present absentees - 

„anwesende Abwesende“

(englisch: present absentees) Begriff aus dem israelischen Recht für Palästinenser*innen, die nach Ende des Krieges von 1948 nicht an ihren Wohnorten waren, sich aber innerhalb der Grenzen des neugegründeten Staates Israel befanden (im internationalen Recht: Internally Displaced Persons [IDPs], deutsch: Binnenvertriebene/-flüchtlinge). Das traf auf mehr als ein Viertel der in Israel verbliebenen Palästinenser*innen zu. Sie durften nicht an ihre Wohnorte zurückkehren und wurden – wie andere palästinensische „Abwesende“ – durch Notstandsverordnung (1948) und per Gesetz (1950) enteignet. Andererseits erhielten sie wie andere in Israel verbliebene Palästinenser*innen die israelische Staatsbürgerschaft und wurden wie diese von 1948 bis 1966 einer Militärregierung unterstellt.
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