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Über diese Webseite

Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Glossar

Die im Glossar enthaltenen Einträge erklären kurz zentrale Begriffe, historische Ereignisse, Personen, Institutionen und Organisationen, die auf unserer Webseite erwähnt werden und mit denen LeserInnen, die sich noch nicht intensiv mit dem Thema Israel/Palästina beschäftigt haben, vielleicht nicht vertraut sind. Zusammengenommen bietet das Glossar eine Einführung in die Grundlagen, die zum Verständnis des Themas benötigt werden.

 

Verfasserin: Ursula Wokoeck Wollin

 

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Dasch - 

Dasch

Akronym des hebräischen Namens der Demokratischen Bewegung für Veränderung, einer Wahlliste des politischen Zentrums, die 1976 von führenden israelischen Politikern gegründet und bei den Wahlen 1977 drittgrößte Knesset-Fraktion wurde. Nachdem sie sich Menachem Begins Regierungskoalition angeschlossen hatte, begann sie auseinanderzufallen und wurde Anfang 1981 aufgelöst.
David Ben-Gurion - 

David Ben-Gurion —(1886–1973)

gilt gemeinhin als der Gründungsvater Israels. Das aus Polen stammende Mitglied der zionistischen Bewegung war einer der Gründer und Vorsitzende der Histadrut (1920–1935) und der Mapai/Arbeiterpartei (gegründet 1930), seit 1935 Vorsitzender der Jewish Agency, seit 1946 Geschäftsleiter der Zionistische Weltorganisation und somit de facto Oberhaupt des Jischuws in Palästina. Er rief im Mai 1948 den Staat Israel aus und wurde dessen erster Premierminister und Verteidigungsminister; mit einer Unterbrechung (1954–1956) blieb er bis 1963 im Amt; 1970 zog er sich aus der Politik zurück.

- Synonyms: David Ben-Gurions, Ben-Gurions
Demokratische Mizrachi-Regenbogen-Koalition - 

Demokratische Mizrachi-Regenbogen-Koalition

1996 von führenden Intellektuellen und Künster*innen gegründete Bewegung von Mizrachim/Mizrachijot für soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte, Gleichheit und die Anerkennung diverser kultureller Identitäten, einschließlich ihrer eigenen (siehe: www.ha-keshet.org.il/).
Drus*innen - 

Drus*innen

Angehörige einer monotheistischen Glaubensgemeinschaft, die als Abspaltung des schiitischen Islams im fatimidischen Kairo im frühen 11. Jahrhundert entstanden ist und nach anfänglicher Duldung von dem dortigen Regime verfolgt wurde. Ihre Mitglieder flüchteten in schwer zugängliche gebirgige Gelände im Dreieck des heutigen südwestlichen Syriens, nördlichen Israels und des Libanons, ein Gebiet, das für Jahrhunderte ihr Lebenszentrum wurde. Während des Krieges von 1948 wurde im April 1948 ein Abkommen zwischen der drusischen Führung und der des Jeschuws geschlossen, in dem ihnen versprochen wurde, dass ihre Ortschaften nicht angegriffen werden, falls sie sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Das Versprechen wurde eingehalten. 1957 wurden die Drus*innen als selbstständige Glaubensgemeinschaft formell in Israel anerkannt. Drusen dienen in der israelischen Armee, in der Vergangenheit häufig in einer speziellen Einheit, die 2015 aufgelöst wurde. Seit Anfang der 1970er Jahre gibt es verschiedene drusisch-zionistische Bewegungen, in der letzten Zeit meldet sich aber auch zunehmend eine Gegenbewegung von Drus*innen zu Wort, die sich als Teil der palästinensischen Bevölkerung Israels verstehen. Heute gibt es ungefähr 117.000 drusische Staatsbürger*innen in Israel, die zumeist im Norden des Landes leben und generell besser in die israelische Gesellschaft integriert sind als andere nicht jüdische Staatsbürger*innen. Weitere ca. 20.000 Drus*innen leben in den vier verbliebenen ehemaligen syrischen Ortschaften auf den 1967 eroberten Golanhöhen. Obwohl sie seit Ende der 1970er Jahre die israelische Staatsbürgerschaft erhalten können, haben bisher nur wenige (ca. zehn Prozent) von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.
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