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Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Statue des zionistischen Visionärs Theodor Herzl am Eingang der Stadt Dimona -Aufschrift auf dem Monument “Wenn Ihr wollt, ist es kein Traum”

Father.Land - Film von Meital Abekasis

Im Juni 2015, im Rahmen des Cinema South Festival, ein internationales Filmfest, das von der Film- und Fernsehhochschule des Sapir College im Negev organisiert wird, fand in der Stadt Sderot die Premiere des von der RLS unterstützten Films „Father.Land“ von Meital Abekassis statt.

RLS Israel

Im Juni 2015 fand im Rahmen des vom Sapir-College organisierten internationales Filmfestes „Cinema South“ in der Stadt Sderot die Erstaufführung des von der Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützten Films „Father.Land“ von Meital Abekasis statt.

In ihrem Film kehrt Abekasis in ihre Heimatstadt Dimona im Süden Israels zurück, um Zeugenaussagen von Krebskranken, die den Betreiber der nahegelegenen Nuklearanlage verklagt haben, zu dokumentieren. Auch der Vater der Regisseurin hat jahrzehntelang in dem Kernforschungszentrum gearbeitet, bis er in Rente ging.

Der Film setzt sich einfühlsam mit schwierigen Fragen auseinander. Das Atomproblem ist immer noch aktuell, wie die erneute Verhaftung von Mordechai Vanunu zeigt. Vanunu ist der Wissenschaftler, der 1986 die Existenz des bis dahin geheim gehaltenen Nuklearforschungsprogrammes Israels aufgedeckt hat. Doch nicht nur Vanunu hat einen hohen Preis für das Atomprogramm bezahlt. Seit Jahrzehnten wird die Klage der in der Nuklearanlage Beschäftigten, die auf eine Untersuchung der durch ihren Arbeitsplatz verursachten Gesundheitsschäden dringen, totgeschwiegen. Abekasis‘ Film versetzt uns nach Dimona, den Schauplatz der Diskriminierung und Vertuschung.

Meital Abekasis:

„Ich bin in Dimona geboren und aufgewachsen. Mein Vater, Ascher, ging jeden Tag zur Arbeit. Wie alle anderen arbeitete auch er in der Atomanlage. Als Zwölfjährige erfuhr ich bei einem munteren Gespräch am Schabbattisch, dass mein Vater in seiner Heimat Marokko eigentlich Massud hieß, also einen arabischen Namen hatte. Etwa zehn Jahre später musste ich feststellen, dass Vaters Freunde, mit denen er jahrelang zusammengearbeitet hatte, nach und nach an Krebs erkrankt waren und starben. Aus dieser sehr persönlichen Erfahrung ging das fast zwanghafte Bedürfnis hervor, mich mit der Verschwörung des Schweigens seitens der BewohnerInnen der Stadt und den BetreiberInnen der verklärten Militäranlage, dem Kernforschungszentrum, auseinanderzusetzen.

Im Alter von 35 Jahren kehrte ich nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Deutschland zurück – mit einer Kamera und dem festen Entschluss, das Schweigen zu brechen, das sich wie ein erstickender Schleier über die Stadt und vor allem über die Mitarbeiter der Nuklearanlage und ihre Familien gelegt hatte. Der Film „Father.Land“ beschreibt meine reflektierende und persönliche Entdeckungsreise, die in dem Augenblick begann, als ich in mein Elternhaus zurückkehrte und die Kamera vor meinem Vater aufbaute.“

 

 

 

Andere Projekte mit der Film- und Fernsehhochschule des Sapir College:

„Theater mach Gesetz“ – Theatergruppe Holot

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