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Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Morashtenu

Morashtenu oder auf Englisch „Our Heritage – the Charter for Democracy“ (Unser Erbe – Die Charta für Demokratie) ist seit mehreren Jahren Partner der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Israel. Die Organisation existiert seit 2007 und geht auf eine Initiative russischsprachiger Bürger*innen zurück, darunter Menschen, die vor nicht allzu langer Zeit aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Israel gekommen sind, aber auch „Alteingesessene“. Sie alle eint die Besorgnis um die gegenwärtige Situation in Israel, insbesondere die Lage der russischsprachigen Community. Obwohl Letztere stetig wächst und sich konsolidieren konnte, spielt sie keine aktive und ihrer Größe angemessene Rolle im politischen und öffentlichen Leben des Landes. Zudem zeichnet sich diese Bevölkerungsgruppe durch vornehmlich rechte Einstellungen aus. Das zeigt sich etwa in ihrem Abstimmungsverhalten bei den Parlamentswahlen oder in ihren Reaktionen auf die vielen sozialen Proteste, die in den letzten Jahren Israel geprägt haben.

Morashtenu setzt sich für demokratische Werte, Menschenwürde, Toleranz, kulturellen Pluralismus und eine starke Zivilgesellschaft ein. Eine solche Zivilgesellschaft bedarf nach Auffassung unserer Partnerorganisation nicht nur ausreichender Mittel und Ressourcen, sondern sollte auch keine Bevölkerungsgruppe ausgrenzen. Als Voraussetzung für die Existenz und Weiterentwicklung einer solchen Zivilgesellschaft werden genannt:

  1. Rechtsstaatlichkeit in allen Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens. Bei Konflikten zwischen verschiedenen staatlichen Gewalten sollte die Judikative Vorrang haben.
  2. Völlige Gleichberechtigung aller im Land Lebenden unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht. Dies sollte sich in der Rechtsprechung sowie in der Umsetzung von Menschen- und der Bürgerrechten niederschlagen.
  3. Wirkungsvolle Mechanismen für den Kampf gegen soziale und kulturelle Vorurteile und Phänomene wie Rassismus und Diskriminierung.
  4. Keine die Freiheit der Zivilgesellschaft einschränkenden Auflagen und die Einsicht, dass der gesamte Bereich gesellschaftlicher Aktivitäten dem Gemeinwohl dienen muss und nicht privaten oder partikularen Interessen.

Die Macher*innen von Morashtenu verstehen sich als „Grenzgänger*innen“: Die Organisation wendet sich sowohl an die russischsprachige Community als auch an eine breitere israelische Öffentlichkeit. Sie will vor allem das zivilgesellschaftliche Engagement russischsprachiger Israelis stärken. Grundsätzlich vertritt sie die Position: Was gut ist für russischsprachige Community, ist auch gut für den Rest der Bevölkerung und umgekehrt. Daher sollten beide nicht gegeneinandergesetzt werden. Zugleich wird es für notwendig gehalten, die Einzigartigkeit der russischsprachigen Israelis anzuerkennen, um ihre Akzeptanz in der Gesellschaft zu erhöhen und das Prinzip der Multikulturalität zu stärken.

Morashtenu organisiert häufig in Kooperation mit anderen Vereinen und Netzwerken öffentliche Vorträge und Veranstaltungen und leitet Gruppen zu verschiedenen Themen an. Die Organisation beteiligt sich an der Erstellung des jährlichen Rassismus-Berichts der „Coalition against racism in Israel“. Ein wichtiger Teil ihrer Aktivitäten ist die Weiterbildung von jungen Journalist*innen und Blogger*innen, um der einseitigen und oftmals von rassistischen und anderen Vorurteilen geprägten Berichterstattung in den russischsprachigen Medien in Israel etwas entgegenzusetzen. Im Rahmen dieses Qualifizierungsprojekts wird nicht nur journalistisches Handwerkzeug vermittelt. Auf dem Programm stehen zudem Begegnungen und Treffen etwa mit Angehörigen anderer Minderheiten und fortschrittlichen Initiativen sowie Fahrten in die besetzten palästinensischen Gebiete, wo die Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Sichtweisen, Debatten und Lebensrealitäten konfrontiert werden. Das der Organisation angeschlossene Nachrichtenportal ReLevantInfo, das für demokratische Werte, interethnische Toleranz und Pluralismus innerhalb der russischsprachigen Community eintritt, bietet eine Plattform für die Texte und Beiträge der jungen Autor*innen.

en.morashtenu.org.il/
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