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Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Achoti - For women in Israel

„Achoti – für Frauen in Israel“ ist eine im Jahr 2000 gegründete feministische-mizrahi Organisation. Ihr Ansatz ist, einen Ort zu schaffen, wo Frauen unterschiedlicher ethnischer und nationaler Herkunft zusammenkommen können, um sich gemeinsam für eine gerechtere israelische Gesellschaft in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht einzusetzen.

Es geht Achoti (Hebräisch für Schwester) darum, den vorherrschenden feministischen Diskurs herauszufordern und zu erweitern und eine alternative feministische Agenda zu formulieren. Achoti interessiert sich unter anderem für die Schnittstellen von Identität, Nationalität, ethnischer Herkunft und Feminismus, die Organisation stellt Dichotomien und gängige Unterscheidungen infrage (wie etwa die zwischen den Anbieter*innen und Empfänger*innen von Dienstleistungen, zwischen Gebildeten und Ungebildeten etc.) und schafft öffentliche Aufmerksamkeit für die Lebensumstände von marginalisierten Gruppen von Frauen (Mizrachiyot, Palästinenser*innen, Frauen aus Äthiopien, russischsprechende Einwander*innen aus der ehemaligen Sowjetunion., Arbeitsmigrant*innen, Geflüchtete). Zudem gehört für Achoti die soziale und ökonomische Gleichstellung von Frauen ganz oben auf die feministische Agenda, da dies für sie die Voraussetzung für die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft für alle ist. Achoti bemüht sich darum, ganz verschiedenen Gruppen von Frauen, die zum Teil an den geografischen, politischen, ökonomischen und sozialen Rändern der israelischen Gesellschaft leben, feministische Ansichten und Praktiken näher zu bringen. Nur so kann die feministische Bewegung wachsen und vielstimmiger werden.

Achoti ist eine der führenden Organisationen in Israel, die für die Rechte der Mizrachim/Mizrachiyot kämpft. Ihr ist es wichtig, dass sich mehr Frauen an dieser Bewegung beteiligen und ihre Stimmen, Geschichten und Aktivitäten in der Öffentlichkeit ein größeres Gewicht erhalten.

Als Graswurzelorganisation nutzt Achoti verschiedene Strategien und Handlungsansätze, um ihre Ziele zu erreichen: Sie unterstützt Individuen und Gruppen, fördert in verschiedenen Kreisen das Bewusstsein für die Probleme der Mizrachim, betreibt politische Lobbyarbeit und erprobt verschiedene innovative Organisations- und Mobilisierungsmodelle für Basisgruppen. Um das bestehende Solidaritätsnetzwerk ständig zu erweitern, beteiligt sich Achoti an diversen zivilgesellschaftlichen Bündnissen und versucht, Kooperationsformen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen zu stärken.

Achoti arbeitet auf verschiedenen Wege daran, ihre Vorstellungen zu verwirklichen.

  • Entwicklung von sozialen und ökonomischen Alternativen für Frauen aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen und Etablierung eines neuen sozioökonomischen Diskurses

Zu diesem Zweck unterstützt Achoti unter anderem Ehete (Amharisch für Schwester), ein Berufs- und Kulturzentrum für Frauen äthiopischer Herkunft in der „Entwicklungsstadt“ Kiryat Gat im Süden des Landes. Zudem verkauft Achoti in ihrem Fairtrade-Laden Produkte, die Frauen aus Israels Randzonen hergestellt haben, und beteiligt sich an dem Bündnis „Partnerschaft“ von israelischen Frauenverbänden, das sich für die Förderung von Gleichheit und die Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen einsetzt.

  • Eine gerechtere Ressourcenverteilung in den Bereichen Kultur und Bildung

Hier seien nur einige der vielen Aktivitäten genannt: Beit Achoti (das Haus von Achoti) befindet sich im Süden von Tel Aviv, in einer Umgebung, wo viele arme Leute, Migrant*innen, Geflüchtete und Mizrachim/Mizrachiyot wohnen. Es dient nicht nur als Achotis Büro und als Treffpunkt von Aktivist*innen, sondern fungiert auch als Kultur- und Gemeindezentrum, wo Vorträge, Workshops, Ausstellungen und viele andere Veranstaltungen stattfinden. Damit ist Beit Achoti ein Ort, wo die Stimmen von zum Schweigen gebrachten Frauen, die an den Rändern der israelischen Gesellschaft leben, Gehör finden.

Achoti ist zudem eine der Gründer*innen und Hauptinitiator*innen von „Libi BaMizrach“ (mein Herz ist im Osten), einer Koalition von Gruppierungen und NGOs, die sich für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen für kulturelle Aktivitäten in Israel stark machen.

  • Kampf gegen Diskriminierung, Rassismus und Sexismus

Achoti beteiligt sich an diesem Kampf mit verschiedenen Kampagnen und Aktivitäten, darunter das Projekt „Black on White“, das aus einer multiethnischen feministischen Perspektive heraus rassistische Vorfälle und Ausdrücke von Rassismus in den israelischen den Medien, im Bildungswesen und anderen gesellschaftlichen Bereichen dokumentiert und analysiert. Ein anderes Projekt, „Return to the Future“, bemüht sich um einen Dialog zwischen jüdischen und arabischen Frauen aus verschiedenen sozialen Randgruppen und kämpft gegen die unverhältnismäßige Polizeigewalt gegen Minderheiten in Israel. Das Projekt „Power to the Community“ bringt alteingesessene Einwohner*innen und Geflüchtete im Süden von Tel Aviv zusammen, damit sie gemeinsam für Verbesserungen in ihrem Wohnviertel kämpfen können. Im Projekt „Discovering the Boundaries of Memory – Diverse Women Creating a Language of Peace“ kommen arabische und jüdische Frauen, darunter Mizrachim und Aschkenasim, zu Wort und können ihre Belange einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die hieran beteiligten Frauen haben einen Prozess der Selbsterforschung durchlaufen und sich in kreativem Schreiben geübt. Herausgekommen sind Texte zu kulturellen Fragen sowie zu nationaler Zugehörigkeit und solche, die sich mit Genderaspekten und persönlichen Anliegen beschäftigen. Einige der so entstandenen Aufsätze sind im „Peace Lexicon of Women from Israel“ auf Hebräisch und Arabisch veröffentlicht worden.

  • Eine sozial gerechtere Wohnungs- und Sozialpolitik

Achoti unterstützt zudem die Basisgruppe „Lo Nechmadot – Lo Nechmadim“ („Die nicht so netten Frauen und Männer“) in ihrem Kampf für eine Ausweitung und Verbesserung des sozialen Wohnungsbaus und gegen Armut in Israel.

www.achoti.org.il/
www.achoti.org.il/

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