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Mit der deutschsprachigen Webseite des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung möchten wir mannigfaltige Stimmen des progressiven Israels hörbar machen. Damit soll eine interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit bekommen, Innenansichten hiesiger Verhältnisse und Kämpfe zu erhalten und lokale Akteure kennenzulernen.

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Israel zum Siebzigsten

2018 jährt sich zum 70. Mal die Staatsgründung Israels. Wir möchten uns dem annähern – fernab offizieller Feierlichkeiten und gemäß unserem Motto „von innen heraus“ einen etwas differenzierten Blick auf Israel werfen.

RLS Israel

In einem ersten Themenblock widmen wir uns ganz dem Medium Interview und lassen progressive Stimmen aus Israel unvermittelt zu Wort kommen. In einem ausführlichen Gespräch mit einem der bedeutendsten Intellektuellen Israels spricht der Doyen der israelischen Historiker Zeev Sternhell, der die siebzig Jahre bewusst erlebte, über die Staatsgründung, die Gefahren der Besatzung und das Verkommen der politischen Kultur unter den Nationalrechten. Außerdem finden Sie ein Gespräch mit dem wohl bedeutendsten israelischen Philosophen, Jeschajahu Leibowitz, Jahrgang 1903, dem der Ruf des zornigen Propheten vorauseilte, über Israel, das Judentum und den Tod aus dem Jahr 1992. Den Betrachtungen jener bedeutenden Zeitzeugen stellen wir abschließend die Einblicke von fünf Aktivistinnen gegenüber, die sich mit verschiedenen Aspekten der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft und Politik befassen. Wir fragen sie, was sie anno 2018 bewegt und wie sie sich die Zukunft Israels vorstellen.

Wir meinen: 70 Jahre nach der Gründung Israels ist der öffentliche deutschsprachige Diskurs bereit dazu, einige Vorstellungen über Israel zu überdenken und in Diskussionen einzutauchen, wie sie in Israel und im internationalen englischsprachigen Diskurs längst gängig sind. Dabei möchten wir im Verlauf des Feierjahres etablierte Ideen zu Gesellschaft, Politik und Kultur in Israel hinterfragen, die dadurch entstanden sind, dass wir Israel aus einer europäischen und vor allem deutschen historischen Perspektive heraus wahrnehmen: Was ist dran am Mythos des Kibbuz und am Kult des Bauhaus? Ist Israel im Jahr 2018 existentiell bedroht, und ist Israel eine europäische Insel im Nahen Osten?

 

Zeev Sternhell blickt auf 70 Jahre Israel

Inge Günther

Ein ausführliches Gespräch mit dem Doyen der israelischen Historiker und Israel-Preis-Träger Zeev Sternhell über die Gründung Israels, die Gefahren der Besatzung und das Verkommen der politischen Kultur unter den Nationalrechten.

Dokumentiert: Ein Gespräch mit Jeschajahu Leibowitz

Tsafrir Cohen

„Mich erschreckt die Staatsgewalt“ – Wir dokumentieren ein Gespräch aus dem Jahr 1992 mit dem großen jüdischen Philosophen Jeschajahu Leibowitz über Israel, das Judentum und den Tod.

„Jeder Polizist weiß, dass er mit uns alles machen kann“

Interview mit Tigist Mahari

Als Kind zog Tigist Mahari mit ihrer Familie aus Äthiopien nach Israel und beteiligt sich heute unter anderem aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen an Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Diskriminierung. Ihr wichtigstes Ziel ist es, die verschiedenen benachteiligten Gruppen in der israelischen Gesellschaft zu vernetzen.

„Ich will diesem Staat nicht als Make-up dienen“

Interview mit Samah Salaime

Als palästinensische Sozialarbeiterin in Israel kämpft Samah Salaime an vielen Fronten, indem sie kontinuierlich patriarchale und rassistische Strukturen herausfordert und eine Kampagne gegen eine Mordwelle an arabischen Frauen im Zentrum des Landes anführte. Der Kampf für Gleichberechtigung kann in ihren Augen nur radikal geführt werden.

„Das Streben nach Gleichberechtigung verbindet uns jenseits der partikulären Identität miteinander“

Interview mit Shula Keshet

Im heruntergekommenen Süd-Tel Aviv stellt sich Shula Keshet an die Seite der Schwächsten der Gesellschaft und leistet Widerstand gegen zunehmende Gentrifizierung und Ausländerfeindlichkeit. Ihre Vision besteht darin, im verarmten Süden der Stadt gemeinsam mit Alteingesessen und Geflüchteten eine bessere Zukunft aufzubauen.

„Es ist überwältigend in Jerusalem zu leben“

Interview mit Sahar Vardi

Die gebürtige Jerusalemerin und Kriegsdienstverweigerin Sahar Vardi engagiert sich seit ihrer Jugend in Initiativen gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung. Gemeinsam mit den Bewohner*innen Ost-Jerusalems kämpft sie für eine gerechte Stadt von unten.

„Wenn es euch hier nicht passt, dann geht doch zurück nach Russland“

Interview mit Sonya Soloviov

In Kiew geboren und in Israel aufgewachsen, setzt sich Sonya Soloviov für eine feministische Erneuerung der russischsprachigen Community Israels ein und widerspricht der Annahme, Migrant*innen aus der Sowjetunion seien per se für progressive Bewegungen nicht offen.



RLS Israel 29.04.2018

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